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Urlaub im Süden Frankreichs mit (kleinen) Kindern: Provence, Ardèche, Cevennen, Camargue und Côte d'Azur

Reisebericht und Erfahrungen in den Monaten Mai und Juni



Bienenfreund - Büschelschön - Phacelia tanacetifolia

Südfrankreich mit kleinen Kindern, geht das überhaupt?



Ja, das geht auf jeden Fall!
Ich selbst war mittlerweile nun dreimal in Südfrankreich, davon zweimal zusammen mit den Kindern. Wir haben die Provence, die Ardèche und die Cevennen besucht sowie Abstecher gemacht an die Côte d'Azur und in die Camargue. Beim ersten Urlaub mit den Kindern war unser Jüngster 2 Jahre alt. Sowohl die Kinder als auch wir Erwachsene hatten jedes Mal viel Spaß und Freude in Frankreich. Das ist auch kein Wunder, denn ein Urlaub in Südfrankreich lässt sich leicht für jede Altersklasse ansprechend gestalten.


Familienurlaub in Südfrankreich: Die große Freiheit



Für uns und unsere Kinder waren die Frankreichurlaube stets eine Zeit der Entspannung: Keine Touristenmassen, kein überfüllter Strand, keine aufdringliche Animation, keine laute Disco am Abend. Statt dessen: Die perfekte Mischung aus Ruhe und Abenteuer. Die Landschaft im Süden Frankreichs ist abwechslungsreich und von einer schier unbeschreiblichen Schönheit. Es gibt eine beträchtliche Anzahl von Sehenswürdigkeiten in dieser geschichtsträchtigen Region. Man kann aber auch einfach die Tage in der Natur verbummeln: Die Seen und Flüsse bieten grandiose Möglichkeiten zum Baden und Spielen für Kinder. Oder man betritt einen der zahlreichen Wanderwege und schlendert á la Marcel Pagnol durch die nahezu unberührte Natur der Hügel, genießt den Duft der Kiefern und das Singen der Zikaden.


Vorbereitung und Information



Ein Buch, das man unbedingt mitnehmen sollte: Mindestens ein guter Reiseführer ist meiner Meinung nach Pflicht. Außerdem sollte man sich vor Reisebeginn über das auswärtige Amt und andere geeignete Stellen über Risiken medizinischer oder anderer Art informieren.
Denn meine Seite hier bietet keine aktuellen Hinweise auf Wetter, Gefahrenlagen etc. Meine Informationen beruhen ferner nur auf subjektiven Eindrücken und müssen nicht hundertprozentig korrekt oder vollständig sein.


Anfahrt



Wir waren mit den Kindern zuvor meist an der Adria, also nur einmal schnell über die Alpen hüpfen und schon ist man da. Nicht so in Frankreich: Je nachdem wo man wohnt, kann die Anfahrt nach Südfrankreich empfindlich länger dauern. Ein Vergleich verschiedener Routen hinsichtlich Länge und auch Mautgebühren ist auf jeden Fall zu empfehlen. Außerden kann ein Zwischenstopp durchaus sinnvoll sein, der schont die Nerven aller Beteiligten: Der Fahrer kann sich ausruhen und die Kinder haben Gelegenheit sich auszutoben, damit sie danach wieder leichter still sitzen können im Auto. Der Schwarzwald beispielsweise bietet viele Übernachtungsmöglichkeiten in wunderschöner Landschaft. Trotzdem gilt, dass die Kinder eine hohe Toleranzschwelle gegenüber Autofahrten mitbringen sollten, sonst wird der Urlaub mühsam. Bücher, Spielzeug und ein Repertoire an Autofahrt-Spielen müssen dabei sein. Wir haben das Glück, dass unsere Kinder auch längere Strecken wirklich gerne fahren - andernfalls hätten wir sicherlich kein so weit entferntes Reiseziel gewählt.


Straßen romantisch und kurvig, Autobahnen mit Gebühr



Ich erwähne es extra, weil in meinem Bekanntenkreis einige Kinder unter Reisekrankheit leiden: Südfrankreich ist kurvig! Wessen Kindern dabei leicht schlecht wird, der wird keinen Spaß haben (und die Kinder selbstverständlich auch nicht). Natürlich ist das nicht überall gleich: Wer primär Hauptstraßen und Autobahnen nutzt oder wen es mehr in Städte oder an die sonnigen Flaniermeilen der Côte d'Azur zieht, der wird kaum Probleme haben. Wer das bergige Inland sehen möchte mit seinen Schluchten und Pässen, bei dem sollten allerdings keine Insassen des Autos "seekrank" werden.


Unterkunft



Unsere Wahl war ein Mobilheim auf einem der zahlreichen Campingplätze. Im Mai und Juni, selbst in den Pfingstferien, ist eine Unterkunft dort teils zu erstaunlich günstigen Preisen zu bekommen. Die Campingplätze selbst liegen oft an oder in der Nähe von Flüssen. Wer noch mehr Badevergnügen haben möchte: Viele haben einen Pool, manche sogar ein kleines Hallenbad.


Wann blüht der Lavendel?



Wer unbedingt die Lavendelblüte der Provence erleben möchte, der sollte seinen Urlaub erst ab Mitte Juni planen. Wobei der Süden Frankreichs auch zuvor schon seinen Reiz hat. Im Mai sieht man allerorts blühende Mohnfelder, der Ginster färbt die Hänge gelb und weiter oben in den Cevennen herrscht noch Frühlingsstimmung mit Wiesen voll wilder Narzissen.


Temperatur



Meine Erfahrungen mit Südfrankreich stammen aus Mai und Juni. Wir hatten mit einer Durchschnittstemperatur von 25°C gerechnet, tatsächlich war es dann aber heißer, meist 30°C oder darüber. Vor allem für kleinere Kinder sollte man also an einen Sonnenschutz für den Kinderwagen denken, an Kappen, Sonnencreme und an ausreichende Getränke. Sollte die Hitze zu groß werden, kann man sich ja auf kurze Ausflüge beschränken, sie in die Morgen- oder Abendstunden legen und dafür etwas mehr baden gehen. Für kühlere Tage ist etwas wärmere Kleidung im Gepäck jedoch nicht verkehrt; diese lohnt sich zum Beispiel auch, wenn man eine der vielen Tropfsteinhöhlen besichtigen möchte, denn dort ist es frisch.


Baden



Es gibt viele traumhafte Bademöglichkeiten in Südfrankreich am Meer, in Seen und an Flüssen. Über sichere Badestellen kann man sich in der Regel vor Ort gut informieren. Ich empfehle, Badeschuhe mit einzupacken, denn oft hat man eher Steine als Sand.


Kinderwagentauglich oder geländetauglich?



Von kinderwagentauglichen Spaziergängen bis hin zu ausgedehnten Wanderungen in den Bergen ist in Südfrankreich alles vorhanden. Für einen Urlaub mit Kindern würde ich auf jeden Fall dazu raten, sich einige geeignete Routen bereits vorher auszusuchen. Vor Ort ist das oft schwierig, denn viele schöne Ausflugsziele liegen eher versteckt, mit auffälligen Beschilderungen kann man nicht unbedingt rechnen. Je kleiner die Kinder, desto wichtiger wird es, dass man sich bereits im Vorfeld darüber im Klaren ist, was genau man möchte: Bin ich auf den Kinderwagen angewiesen oder bin ich auch bereit, mein Kind in der Kraxe oder Ähnlichem zu tragen? Zieht es mich in Städte oder ins Gelände? Welches Terrain ist meinem Kind in puncto Sicherheit zumutbar? Wie lange und weit kann und möchte mein Kind von sich aus gehen, bevor es den Spaß an der Sache verliert? Nicht vergessen werden sollte außerdem, dass eine Wanderstrecke mit kleinen Kindern länger dauert und mehr Ausrüstung erfordert. Hat man all diese Punkte bedacht, sollte man aus der Vielzahl der Ausflugsziele Südfrankreichs sicher eine gute Auswahl finden, die den persönlichen Bedürfnissen und Möglichkeiten gerecht wird.


Ferien in Frankreich und lange Wochenenden



Wer in seinem Urlaub etwas Einsamkeit schätzt, für den sind die Monate Mai und Juni in Südfrankreich sehr gelegen. Für die Franzosen selbst sind die Frühlingsferien bereits vorbei und die Sommerferien haben noch nicht begonnen. Es herrscht also meist erstaunliche Ruhe auf den Campingplätzen. An langen Wochenende vervielfacht sich die Zahl der Besucher jedoch plötzlich: Auch in Frankreich nutzt man solche Gelegenheiten gerne, um einige Tage Kurzurlaub zu machen.


Verpflegung



Essen in Frankreich ist auf jeden Fall teurer als hier. Doch die Frage ist: Was will und brauche ich? Wenn ich häufig essen gehen möchte, wird der Urlaub selbstverständlich teurer. Wer sich aber selbst versorgt und bekocht, kann durchaus sehr sparen. Supermärkte und Discounter gibt es selbstverständlich in Frankreich ebenso wie hierzulande. Auch für kleinere Kinder ist dort von Milchnahrung über Gläschenkost bis hin zu Windeln alles zu haben.
Es kann durchaus nützlich sein, sich bereits vor dem Urlaub den Standort nahe gelegener Supermärkte herauszusuchen. Gerade in den Bergen liegen die nämlich teilweise recht versteckt.


Die Menschen



Nach unseren Erfahrungen sind die Menschen in Südfrankreich freundlich, herzlich, hilfsbereit und vor allen Dingen sehr kinderlieb! Die ganze Lebensart ist offener, die Leute gehen auf einen zu. Wir hatten immer das Gefühl, willkommen zu sein - und das trotz bestehender Sprachbarriere.


Sprache



Es geht ja manchmal das Gerücht um, Franzosen wären unfreundlich, wenn man ihrer Sprache nicht mächtig ist. Das kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung ganz und gar nicht bestätigen.
Wenn man wie ich Altgriechisch statt Französisch in der Schule hatte, erleichtert das die Kommunikation natürlich nicht gerade. Aber wir kamen stets gut durch, selbst mit nur eher geringen Kenntnissen der Landessprache; die Leute waren trotzdem immer geduldig, freundlich und hilfsbereit. Wer nicht oder nicht viel Französisch spricht, sollte aber auf jeden Fall Englisch mitbringen, denn nur mit Deutsch wird es wirklich schwer.


Infrastruktur



Frankreich ist ein Land mit gut ausgebauter Infrastruktur. Es gibt gute Straßen, Ärzte, Apotheken und Einkaufsmöglichkeiten. Kurz gesagt: Im Urlaub mit den Kindern haben wir uns immer gut versorgt gefühlt.


Kriminalität



Vor allem in Küstennähe und in den Städten wird immer wieder vor Diebstählen gewarnt. So weit nach Süden sind wir eher selten gekommen, wir waren meist in spärlicher besiedelten Gebieten im Inland und haben bislang glücklicherweise keine Erfahrungen mit dieser Schattenseite gemacht. Wir haben uns an die gängigen Vorsichtsmaßnahmen gehalten: Wertsachen sicher am Körper tragen und keine im Auto zurücklassen; außerdem wurde uns empfohlen, im geparkten Auto zurückgebliebene Taschen und das Handschuhfach zu öffnen, damit potentielle Diebe gleich sehen, dass nichts zu holen ist.


Das Fazit unserer Kinder:



Lange Anfahrt und kein Strandurlaub, doch es ist unglaublich: Die Kinder wollen unbedingt wieder hin. Weil es da Burgen gibt. Weil die versteinerten Seekühe so toll waren. Weil man so herrlich baden konnte. Weil die Picknicks oben auf den Bergen so schön waren.


Mein Fazit:



Ein Urlaub in Frankreich mit Kindern lässt sich bis obenhin vollpacken mit unvergesslichen Erinnerungen; es gibt so viel zu entdecken und an der Landschaft werde ich mich niemals sattsehen können.

Bereitet euch vor, informiert euch über Ausflüge und Wanderungen. Aber nehmt euch dann vor Ort nicht zuviel vor, sondern lasst euch lieber treiben: Man stolpert unterwegs immer wieder über sehenswerte Dinge, sei es ein romantisches Bergdorf, eine Burg oder eine hübsche Bademöglichkeit. Ich fand es wunderbar, diese unverhofften Entdeckungen am Wegesrand einfach mitzunehmen: Ohne Zeitgefühl, ohne Druck, ohne Hektik.

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