Selbstgebautes Hochbeet

Unsere Anleitung zeigt, wie es geht

selbstgebautes Hochbeet im Hollergarten
Eine Horde wildgewordener Schnecken hat schon wieder das Gemüse annihiliert?
Die mickrigen Pflänzchen sehen so ganz anders aus als im Gartenkatalog?
Gemeingefährliche Wühlmäuse haben den gesamten gärtnerischen Erfolg untergraben?
Rückenschmerzen beim Jäten, weil man irgendwie keine zwanzig mehr ist?

Okay, so schlimm muss ja alles nicht sein, aber ein Hochbeet ist trotzdem eine äußerst praktische Angelegenheit. Ich jedenfalls möchte unseres auf keinen Fall mehr hergeben. Das ist wie mit einem Geschirrspüler: Hat man erst einmal einen, kann man sich das Leben nicht mehr ohne vorstellen.

Um ein Hochbeet mit Maßen genau nach unseren Vorstellungen zu bekommen (275 x 125 x 90cm), entschlossen wir uns, es selbst zu bauen.

Holler

  1. Schritt: Überlegungen zu Lage, Maßen und Materialien
  2. Die Anforderungen an die Lage eines Hochbeet sind schnell aufgezählt: Es muss ausreichend Sonne abbekommen, darf sowohl momentan als auch zukünftig nicht im Weg umgehen und muss von allen Seiten gut zugänglich sein.

    Bei der Breite des Hochbeets ist es wichtig, die eigene Armeslänge zu bedenken. Unser Hochbeet ist mit einer Breite von 125 cm nur so breit, dass man noch komfortabel bis zur Mitte des Beetes reichen kann.

    Die Länge unseres Beetes beträgt 275 cm und ergibt sich aus dem vorhandenen Platz bei uns im Garten.

    Mit einer Höhe von 90 cm empfinden wir die Arbeit am Hochbeet als sehr angenehm, man kann leicht arbeiten ohne Rückenschmerzen.


    Ist das soweit geklärt, folgt der Einkauf der benötigten Materialien im Baumarkt:

    Vierkanthölzer: Als Pfosten an jeder Ecke und jeweils einer an den beiden Längsseiten (damit das Gewicht der Erde später nicht die Wand nach außen drückt). Stärke: 8 cm.

    Pfostenträger: Zur Verankerung der Pfosten in der Erde

    Bretter: Aus langlebigem Holz für die Außenwände, z. B. Douglasien-Terrassendielen

    Verzinktes, engmaschiges Gitter: Sorgt am Boden für Schutz gegen Wühlmäuse.

    Teichfolie: Schützt die Innenseite der Bretter vor Erde und Feuchtigkeit.

    Kleinzeug: Schrauben, U-Haken, Dachpappennägel und Kabelbinder zur Befestigung.
    Nur witterungsbeständiges Material kaufen, damit nichts rostet!

    Bretter: Als oberen Rand des Hochbeets
    Holler

  3. Schritt: Untergrund, Pfosten und Wände
  4. Auf der Fläche des Hochbeets wird mit einem Spaten der Rasen ausgestochen (zur Seite legen, wird noch gebraucht) und die Postenträger werden an ihrer ausgemessenen Position in die Erde gesteckt.
    Die vier einzelnen Bretterwände werden außerhalb des Hochbeets fertig zusammengeschraubt und dann in die Pfostenträger gesetzt; erst jetzt werden die vier Wände miteinander verschraubt.

    selbstgebautes Hochbeet
    Holzwand selbstgebautes Hochbeet
    Zwischen den Brettern und dem Boden ist etwas Abstand, damit das Holz nicht mit feuchter Erde in Berührung kommt.

    Es gibt eine mögliche Alternative zu den Pfostenträgern, die wir inzwischen bei einem zweiten Hochbeet verwendet haben: Das Hochbeet wird direkt auf Pflaster gestellt. Das Pflaster darf bei dieser Methode aber nicht ganz geschlossen sein; innen im Hochbeet muss eine Öffnung bleiben, durch die Wasser abfließen kann.
    selbstgebautes Hochbeet aus Holz
    Holler

  5. Schritt: Gitter und Folie
  6. Gitter und Folie im Hochbeet
    Nun muss das Gitter befestigt werden, das Wühlmäusen den Zugang zum Hochbeet versperren wird. Es wird zugeschnitten, so dass es den gesamten Boden des Beets bedeckt und noch in ca. 10 cm Höhe an den Innenwändem mit U-Haken befestigt werden kann. Wo sich die zugeschnittenen Gitterstücke überlappen, können sie mit Kabelbindern miteinander verbunden werden. Es dürfen keine Lücken bleiben, die groß genug für eine Wühlmaus wären!

    Das Gitter sollte auf der Erde aufliegen, damit es bei der Befüllung später nicht auseinander gedrückt wird.
    Die Teichfolie wird anschließend oben am Rand des Beets mit den Dachpappennägeln befestigt und hängt einfach lose nach unten.

    Die Bretter für die Abschlussleiste werden auf Länge und Gehrung zugeschnitten und oben auf dem Rand verschraubt.
    Rand des selbstgebauteb Hochbeets
    Holler

  7. Schritt: Befüllung und Bepflanzung
  8. unser selbstgebautes Hochbeet im Hollergarten
    In das fertige Gestell werden der Reihe nach folgende Schichten gefüllt:
    Grobes Material (Äste, Holz, Strauchzuschnitt etc.), die ausgestochenen Grassoden (mit den Wurzeln nach oben), feineres Material (Häckselgut, dünne Zweige und Laub), halb verrotteter Kompost, stärker verrotteter Kompost, Erde.

    Wenn die unteren Schichten verrotten, wird die Befüllung in sich zusammensacken. In der ersten Zeit geschieht dies stark, später verlangsamt sich der Prozess.
    Um dem entgegenzuwirken kann man gegebenenfalls noch einmal Erde vor der Bepflanzung auffüllen. Nach einem Jahr haben wir in unserem Hochbeet dann nochmals eine Schicht Kompost und darauf Erde verteilt.

    Die Erde in unserem Hochbeet liegt circa 20 cm unter dem oberen Rand, so können die Pflanzen schön geschützt darin wachsen.

    Zucchini, Karotten, Zwiebeln, Radieschen, Blumenkohl, Salat, Kohlrabi und Mangold sind heute unsere persönlichen Favouriten, sie wachsen im Hochbeet deutlich besser als im normalen Beet oder auch im Gewächshaus.
    Wir hatten versuchsweise auch Kartoffeln im Hochbeet. Sie gedeihen sehr gut dort, verursachen aber ein Platzproblem: Ihre oberirdischen Pflanzenteile werden so groß, dass sie fast alle anderen Pflanzen verdrängen.
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