Katzenfreigehege

Selber bauen mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung

Unsere Katzen sind an das Leben im Haus gewöhnt.
Freigang kommt schon alleine deswegen nicht in Frage, weil die viel und schnell befahrene Hauptstraße zu nahe ist, die schon mancher Katze aus der Gegend zum Verhängnis wurde.
Aber damit unsere Katzen dennoch Frischluft schnuppern können, haben wir uns zum Bau eines Freigeheges entschlossen.

Wir finden, dass sich dieser Schritt voll und ganz gelohnt hat, denn die Katzen genießen das Gehege in vollen Zügen: Sie nehmen Sonnenbäder, lassen sich vom Wind das Fell zerzausen, knabbern am Gras, jagen Käfer, lauschen den Geräuschen der Umgebung - und das alles ohne dass wir uns Sorgen um sie machen müssten. Das Freigehege bietet ihnen ein Stückchen neuer Freiheit.

  1. Schritt: Vorbereitende Überlegungen und Einkauf
  2. Zuerst einmal ist ein geeigneter Ort für das Freigehege zu finden. Die Katzen sollen vom Haus aus problemlos ins Freigehege gehen können, der Zugang sollte aber auch bei Bedarf geschlossen werden können.

    In unserem Fall bot sich eine Stelle besonders an: Vom Wintergarten führt eine Tür nach draußen, von dort aus sollte sich das Freigehege in den Garten erstrecken. Hier befanden sich alte Fliesen und Rasen, aber dieser Untergrund sollte einheitlich gepflastert werden, um ihn auch als neue, vergrößerte Terrasse nutzen zu können.

    Vorbereitung Katzenfreigehege
    Der richtige Platz: Leicht zugänglich und mit genügend Raum
    Ist das soweit geklärt, folgt der Einkauf der Materialien. In unserem Fall waren das:

    Vierkanthölzer: Als senkrechte Pfosten an jeder Ecke und aufgrund der Größe des Geheges weitere drei als zusätzliche Stützen macht zusammen sieben Stück. Stärke: 7 cm.

    Kies und Pflastersteine: Massiv und langlebig, dabei aber billig und leicht zu verlegen.

    Bretter als Querstreben: Für Stabilität und zum Befestigen des Gitters: Auf jeder Seite des Geheges unten, auf halber Höhe und oben (Stärke: 2 x 4,5 cm) sowie zwei Streben am Dach des Geheges (Stärke 2 x 9 cm). Siehe dazu auch die Bilder weiter unten.

    Estrichgitter: Andere Gitter oder ein Katzennetz wären sicher auch möglich. Doch Estrichgitter hat viele Vorteile: Es ist kostengünstig, nicht durchzubeißen, leicht zu bearbeiten, wetterfest und garantiert somit eine lange Haltbarkeit des Freigeheges. Außerdem ist es stabil genug, um auch den Kletterkünsten eines schweren Maine-Coon-Katers leicht standzuhalten. Die Gitterplatten haben eine Größe von 1 x 2 m.

    U-Haken und Kabelbinder: Zur Befestigung des Gitters

    Schrauben und Winkel: Wegen Rostgefahr nur witterungsbeständiges Material kaufen!

    Pfostenträger und Beton: Zur sicheren Verankerung der Pfosten im Boden

    Farbe: Witterungsbeständige Lasur oder Farbe für die Holzelemente des Freigeheges
    Holler

  3. Schritt: Vermessung, Untergrund
  4. Als Erstes mussten wir die Maße des Freigeheges genau vermessen und abstecken mit Eisenstäben und Schnüren. Dabei ist natürlich auf exakte Winkel zu achten.

    Dann wurde der Rasen ausgestochen, so dass eine ebene, rechteckige Fläche entstand. Als Untergrund für das Pflaster wurde eine ca. 5 cm dicke Schicht Kies ausgestreut und gerade gezogen. Der Kies eignet sich hervorragend, um eventuelle Unebenheiten auszugleichen. Wir achteten dabei auf ein geringes Gefälle vom Haus weg, damit Regenwasser später abfließen und nicht stehen bleiben würde.
    Rasen ausstechen für das Freigehege
    Der Rasen wird in Quadraten ausgestochen und entfernt
    Kiesfläche als Untergrund für das Freigehege
    Kies wird gleichmäßig über Fliesen und Erde verteilt
    Kies-Untergrund für Pflastersteine
    Der Kies lässt sich mit einer langen Holzlatte einfach gerade ziehen.
    Holler

  5. Schritt: Verankerung der Pfosten
  6. Als nächstes gruben wir Löcher aus für die Verankerungen der tragenden Pfosten. Damit das Freigehege wirklich stabil ist, brachten wir solche Pfosten an jeder Ecke und mittig an jeder Seite an. Bei einer Größe von ca. 3 x 3 m für das gesamte Freigehege stehen die Pfosten also in etwa in 1,5 m Abstand. Die Löcher befüllten wir mit Beton und setzten die Pfostenträger aus dem Baumarkt hinein. Solange der Beton noch feucht ist, müssen die Pfostenträger mittels Wasserwage ins Lot gebracht werden und es muss sichergestellt werden, das alle auf exakt der gleichen Höhe sind. Unser Beton hatte dann reichlich Zeit zu trocknen, eine ganze Woche lang.
    Verankerungen im Boden für Katzen-Freigehege
    Die Löcher für den Beton und die Pfostenträger sind ca. 40 cm tief.
    Verankerung Pfostenträger Freigehege
    Bretter stabilisieren die Löcher. Sie werden später einfach rausgezogen
    Pfostenträger Freigehege
    Alle Pfostenträger müssen in gleicher Höhe plaziert werden.
    Holler

  7. Schritt: Pfosten und Streben lackieren und befestigen, Pflaster legen
  8. In der Zwischenzeit kümmerten wir um das Holz, es wurde zugeschnitten und lackiert. Bei guten Wetter konnte es anschließend über Nacht trocknen.

    Die fertigen Grundpfosten mussten nun nur noch in den betonierten Halterungen festgeschraubt werden.

    Zwischen den stehenden Pfosten brachten wir mit Winkeln die schmäleren Holzleisten als Verbindung an und zwar jeweils oben, mittig und unten.

    Ebenso befestigten wir oben auf dem Dach des Freigeheges längs und quer jeweile eine Holzlatte, die dort das Gitter tragen sollten.

    Wichtig ist, dass zwischen dem Pflaster und der untersten Holzlatte etwas Abstand eingerechnet wird, damit später Wasser abfliesen kann; dieser Abstand darf aber nie so groß sein, dass eine Katze entwischen könnte.
    Pfostenträger Freigehege
    Das Holz bei schönem Wetter über Nacht trocknen lassen
    Befestigung Pfostenträger Freigehege
    Die Pfosten müssen auch an der Hauswand befestigt werden!
    Noch bevor alle Holzverstrebungen angebacht waren, begannen wir mit dem Verlegen des Pflasters. Der Kies wurde dazu noch einmal gerade gezogen und das Pflaster anschließend Stein für Stein aneinandergereiht und festgeklopft. Der Blick auf die Wasserwaage verriet uns immer, ob die Steine gleichmäßig und - wie anfangs erwähnt - mit einem geringen Gefälle lagen. Zum Festklopfen nahmen wir einen schweren Hammer, legten jedoch zwischen Pflastersteine und Hammer ein Brett, um die Steine nicht zu beschädigen.
    Pfostenträger Freigehege
    Immer schön mit der Wasserwage arbeiten!
    Befestigung mit Winkeln im Freigehege
    Winkel sorgen für Stabilität
    Holzgerüst Katzen-Freigehege
    Fehlt nur noch das Gitter
    Holler

  9. Schritt: Befestigung des Gitters
  10. Die Vorteile des Estrichgitters sind oben schon genannt. Unter anderem kann es leicht zugeschnitten und auch gebogen werden.

    Mit U-Haken konnten wir das Gitter schnell am Holz befestigen. Die einzelnen Gitterplatten wurden anschließend mit etwas Überlappung mit Kabelbindern untereinander verbunden.

    An den Ecken des Freigeheges muss das Estrichgitter nicht geschnitten, sondern kann einfach gebogen werden.

    Auch das Dach des Freigeheges haben wir mit Gitter abgesichert, denn für Katzen ist es ein Leichtes, bis oben zu klettern.

    An den vier Ecken jedes Estrichgitters ist die Maschenweite größer; wo wir dieses Problem nicht durch Überlappung beseitigen konnten, brachten wir zur Sicherheit noch Draht an.
    U-Haken für Katzen-Freigehege
    U-Haken verbinden Gitter und Holz
    Kabelbinder für Katzen-Freigehege
    Kabelbinder fallen kaum auf und
    sind schnell angebracht
    Fertiges Katzen-Freigehege
    Das Freigehege ist fertig!
    Holler

  11. Schritt: Bepflanzung
  12. Damit alles für Mensch und Katze ansprechend aussieht und als Stütze für das Pflaster setzten wir Pflanzkörbe aus Beton rund um das Freigehege. Mit Bepflanzung sieht alles nochmal viel freundlicher aus und fügt sich besser in den Garten ein.

    Katze im Freigehege
    Die erste Skepsis legte sich schnell
    Fertiges und bepflanztes Katzen-Freigehege
    Das Katzenfreigehege mit Bepflanzung
    Beispiele für eine - nach bestem Wissen und Gewissen - ungiftige Bepflanzung wären z.B. Kapuzinerkresse, schwarzäugige Susanne, Dill, Löwenmäulchen, Ringelblumen, Tagetes, Zinnien, Zitronenverbene, Lavendel, Estragon, Sonnenhut (Echinacea, nicht Rudbeckia), Glockenblumen, Pfefferminze, Salbei, Thymian, Zitronenmelisse, Stockrose, Frauenmantel.
    Fertiges Katzen-Freigehege
    Große Neugier:
    Es war noch kaum fertig, da wollten alle Katzen schon nach draußen
    Fertiges Katzen-Freigehege
    Alles fertig, Katzen glücklich:
    Zeit, die Füße hochzulegen
    Bepflanzung Katzen-Freigehege
    Die schwarzäugige Susanne kommt bis zum Herbst bis nach oben
    Katze im Freigehege
    Unser Kater Fingolfin genießt die Sonne und den Ausblick in den Garten
    Katze im Freigehege im Winter
    Unser Coonie-Kater Fenris: Mit seinem dicken Fell bestens gerüstet für kaltes Winterwetter
    Katze im Freigehege im Winter
    Unser Kater Finarfin im Schnee
    Katze im Freigehege im Winter
    Gut getarnt im Schnee ;-)
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